Donnerstag, 20. Juli 2017

500- #1-Sommerkrank



Bei der Kategorie 500 handelt es sich um Schreibübungen, die ich gerne mit euch teile:). Sie umfassen 300-500 Wörter und behandeln verschiedenste Thematiken und Schreibstile. Denn nur wer schreibt, kann Schreiben:)


Sommerkrank

Was zurückbleibt, nach all dem Donnergrollen und Lichtblitzen, ist die Wärme.
Es war zu ahnen, angesichts der ungesund-grünen Wolkenberge, welche sich wie ein eitriges Geschwür am Horizont auftürmten, dass dieser Regen keine Erleichterung bringen würde.
Stattdessen: Wärme. Ausgedünstet aus dem überhitzten Boden und eingezogen in die zerrissenen Wassertropfen, welche, nun überladen mit all den unheilvollen Aromen eines viel zu warmen Sommertages, träge in der Luft hängen.
So gehe ich durch das dreist aufgeschossene Grün des Parks, ein Vogel schreit aus dem klebrig feuchten Blätterdach über mir.
Die Sommerkränke haftet an meiner Haut, dringt in meine Lungen und setzt sich fest im Kopf direkt hinter der Stirn, pulsiert schmerzhaft im Takt des unersättlichen Lebens um mich herum.

Der langsam erstickende Teich wie ein öliger Spiegel. Mit einem ungesunden, schmatzenden Geräusch taucht eine Ente herauf, den grellgelben Schnabel voller Algen, Nutznießer des Überflusses an Nährstoffen, welche in ihrer Verschwendung alles ersticken, wie eine Mutter, die, in falsch verstandener Liebe, ihr einziges Kind zu Tode füttert.
Hingeworfene Vogelküken wie dicke Zecken schreien nach fetten, sich windenden Würmern, welche die Eltern rastlos herbeischaffen aus der übersättigten Erde ,bis sie selbst zu schwach zum Fliegen sind.
In lauwarmen Pfützen sammeln sich die vollgesogenen Mückenweibchen, erbrüten in missgünstiger Eile die nächste Generation an jenen Stellen, an denen der Boden kein Wasser mehr aufnehmen kann. Schrill hallt das Summen in den Ohren, penetrant und fordernd, müdes Wedeln kann es nicht vertreiben.
Einzelne Tropfen füttern, wie ein beständiger Strom von Keimen, die Sommerkränke. Sie steigt mir zu Kopf, macht meinen Blick stumpf und meinen Geist fahrig. Durst, der nicht stillbar ist, Kühle die nicht kommt, nur das gierige Wuchern und Streben dem blassen Licht entgegen, welches durch die gelbliche Wolkendecke dringt.
Mir schaudert. Ich beschleunige meine Schritte, lasse das wuchernde, tumoröse Grün hinter mir, nach Hause, schnell, ins Kühle.
Doch die Sommerkränke weicht nicht. Sie klebt an mir, ist schon durch jede Fensterritze, jeden Türspalt gedrungen und singt ihr krankes Lied vom übermäßigen Wachstum, von Verschwendung vor dem Vergehen, vom erstickenden Überfluss.
Sie pocht und pulsiert, wie ein unnatürliches Wesen hämmert sie in meinem Schädel.
Ich lege mich hin, schließe die Augen.
Die Wärme umfängt mich, schließt mich in einen feuchten Kokon, aus dem nur etwas unheilvolles und widernatürliches schlüpfen kann.
doch mein Geist ist schon fort, weit fort.
Und wartet.
Wartet auf die erlösende Flut.

Mittwoch, 22. März 2017

Sind wir wieder in Platons Höhle zurückgekehrt, freiwillig? - Vom Glauben an Bilder


Ein junger Mann starrt auf den Bildschirm. Vor seinen Augen bewegen sich Zahlen in endlosen Reihen, kurz leuchtet eine rot auf, dann zuckt die Hand des Mannes schnell zur Seite: „verkauft“. Diese Zahlen sind der Lebensinhalt des Mannes: 14 Stunden am Tag sitzt er vor diesem Bildschirm. Geht er nach Hause, verfolgt er die blinkenden Reihen erst auf seinem Smartphone, dann zu Hause auf seinem Rechner. Er ist geradezu süchtig nach dieser Arbeit, denn sie definiert sein Leben, seinen Wert, das, was er ist.

Der Mann ist Börsenmakler, einer von vielen, und stellt ein Extrem einer Denkrichtung dar, die, meiner Meinung nach, in unserer Gesellschaft ein ungesundes Maß erreicht. Ich sah diesen Mann gestern in einer Doku im BR, wo es um die Frage der sozialen Geschwindigkeit ging und darum, ob sie uns schadet.

Alles nur ein Extrem?

Als der Tag des Börsenmaklers beschrieben wurde,lachte ich empört auf, wie konnte man SO Leben?
Doch beim genaueren Hinsehen musste ich mir eingestehen, dass diese Art der Scheinwelt, der Glaube an Bilder statt Bildung, nichts außergewöhnliches ist, sondern, im Gegenteil, nahezu erschreckenden Realitätswert hat.
Ich sehe sie in dem Mann am Smartphone, welcher die Außenwelt nicht mehr beachtet, im Jugendlichen am PC , der sein Online-game zockt, in der jungen Frau, die sich schlecht fühlt, weil ihr Leben nicht so perfekt ist, wie in den ganzen Instagramfeeds die sie sich anguckt. Und doch schaut sie weiter, Sie kann nicht anders und irgendwie können wir alle nicht mehr so recht anders, so ohne Bildschirm, ohne die Bilder, die uns sagen was wir sind und was wir haben und sein sollen. „Bilder“, das ist auch Geld, sind auch Gegenstände, alles was erschaffen wurde, um uns zu erfreuen. Es gibt nur ein Problem: Diese Sachen sind nicht real, wir halten sie nur dafür.

Sind wir also wieder freiwillig in Platons Höhle zurückgekehrt?

Platon beschreibt in seinem Höhlengleichnis Menschen, die in einer Höhle auf eine Wand starren, welche von einem höherliegenden Feuer beleuchtet wird. Die Menschen sind Bewegungslos, Gefangene. Ihnen sind die Hände gebunden, sie können sich nicht umdrehen, und sie sitzen mit dem Rücken zu einer Wand, die sie vom Feuer trennt, aber demselbigen trotzdem ermöglicht, auf die Wand zu strahlen. Auf der anderen Seite der Mauer gehen Menschen entlang, sie halten Stangen mit Figuren in die Höhe, deren Schatten auf die Wand geworfen werden. Hinter dem Feuer führt ein Weg nach Draußen, in die reale Welt.

Ich erkenne Parallelen. Sind wir nicht ein wenig wie diese Höhlenbewohner, die auf die Wand starren? Halten wir nicht auch Dinge, Bilder für Real die uns von anderen Menschen als diese verkauft worden sind? Geld ist ein Konstrukt welches nicht natürlich ist, und doch jagen ihm alle hinterher. Dass das krank macht, sieht man an den vielen Menschen, die aussteigen, sobald sie genug davon angesammelt haben, um bei Aufgabe des ungeliebten Jobs nicht um ihre Existenz fürchten zu müssen. Sie machen dann das, was sie schon immer machen wollten: Werden Hüttenwirt auf einer Alm, Schmied, Künstler. Sie drehen sich in der Höhle um.

Der Weg aus der Höhle - Möglich?

Platon beschreibt weiter, was passieren würde, wenn einer dieser Höhlenmenschen von seinen Fesseln befreit würde und sich umdrehe. Er würde erkennen, dass das was er als Real zu erkennen geglaubt hatte, eine Illusion ist. Er würde hinausklettern , ans Licht, und erkennen, was WIRKLICH ist: Tag und Nacht, die Natur, sich selbst. Statt nur zu konsumieren, würde er sich Bilden.

Bildung wird in unserer Zeit zu oft mit lexikalischem Wissen gleichgesetzt.Aber Bildung ist kein Faktenwissen. Wir verwechseln das jedoch, weil wir in einer qualifikationsgeprägten Zeit leben, in einer Zeit des abprüfbaren Wissens. Nur, auswendiggelernte Fakten, machen nicht unbedingt etwas mit der Person, sie führen nicht zu Bildung. Das Kennen der Figuren an der Höhlenwand führt nicht zur Bildung. Dafür müssen wir uns umdrehen.

Hartmut von Hentig (1996, S.76ff.) benennt in seiner Aufteilung des Begriffes der Bildung folgende Dimensionen:
  • Die Abscheu und Abwehr von Unmenschlichkeit
  • Die Wahrnehmung von Glück
  • Die Fähigkeit und der Wille, sich zu verständigen
  • Das Bewusstsein von der Geschichtlichkeit der eigenen Existenz
  • Eine Wachheit für letzte Fragen
  • Eine Bereitschaft zur Selbstverantwortung und Verantwortung für andere in unserer politischen Kultur

Bildung ist also ein innerr Prozess, ein „sich reiben“ sich auseinandersetzen mit der Realität, ein sich ausprobieren, sich „ein Bild machen“ sich selber erkennen, Reflexion. Aber auch Glück. Bildung macht glücklich, und, und das ist nicht unwesentlich, weniger manipulierbar, weniger abhängig.

Warum, wenn Bildung doch etwas Gutes ist, warum sitzen wir dann wieder in der Höhle und starren auf konstruierte Bilder?

Ich denke, der Hauptgrund ist Angst: Angst davor, nicht anerkannt, ausgelacht zu werden, wenn man seinen Mithöhlenbewohner erzählt, dass die echte Welt da draußen ganz anders aussieht. Angst vor sozialer Zurückweisung, dem Alleinsein. Angst vor dem Unbekannten, Angst vor Unsicherheit.
Und natürlich die Angst vor der Bedrohung der Existenz, Jobverlust, kein Geld mehr zu haben. Angst hält uns im Hamsterrad.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen wird zur Zeit als eine mögliche (sicher nicht kritikfreie) Lösung diskutiert. Was denkst du, wie viele Menschen würden weiter ihren aktuellen Beruf ausüben wenn sie einfach so, einfach daraus, dass sie ein menschliches Wesen sind, so viel Geld im Monat bekommen würden, dass ihre Grundkosten, Miete, Versicherung, Kleidung, Essen, abgedeckt sind und ihre Existenz gesichert ist?

Würdest du weiter in deinen Job bleiben?

Was fühlst du jetzt? Bist du „dagegen“? Wenn ja warum? Hast du Angst um dein Prestige als „hart Arbeitender?“ . Findest du das „Ungerecht“, und wenn ja, warum? Bist du neidisch?

Es gibt da den sogenannten Krabbenkorbeffekt:
In einem Korb voller Krabben, möchte jede Krabbe ganz oben sein, oder sogar den Korb verlassen. Doch es gelingt ihr nicht, und zwar allein aus dem Grund, dass die anderen Krabben sie wieder nach unten ziehen, um sicher zu gehen dass keine Krabbe viel weiter nach oben kommt als sie selber.

„Arbeit“ ist in unserer Zeit eine Art Ersatzreligion geworden. Es gilt das unmögliche Ideal von „Arbeit für alle“, nicht Arbeitende werden geächtet und wer viel arbeitet wird belohnt.

Und dann?

Dann kommt das Heilsversprechen im „Zweiten Leben“:

Viele wollen nach der Rente sich selber verwirklichen, ihren Traum erfüllen.
Warum nicht jetzt?Warum nicht JETZT?

Ich finde, es wird Zeit, dass wir uns umdrehen in unserer Höhle, die Fesseln abstreifen und nach draußen ans Licht klettern.



Wie du konkret damit anfangen kannst?
Mach mal den Computer aus, das Handy, den Fernseher.

Geh mal wieder raus, ans Meer, in den Wald.



Und Atme.

 Deine Wren

Montag, 20. März 2017

Die Weisheit der Runen


Es war schon zu Zeiten der Raunächte, als ich dieses Set fertigte. Ein Runenalphabet, in Walknochenoptik mit blauen Runenzeichen. Die Runen lassen sich zu zwei Rippenknochen zusammenlegen und es steckt viel Liebe darin.

So wie die Runen die Zukunft umreißen können, so ist auch mein Leben im Wandel. Die Richtung beginnt sich langsam rauszukristallisieren. Noch bin ich nicht mutig und sicher genug. Vielleicht bald.

Der jetzige Besitzer der Runen jedenfalls ist rechtzufrieden mit dem Ergebnis der Arbeit.


Freitag, 6. Mai 2016

Freitagsfüller

Du magst mehr über mich erfahren? das geht nun jeden Freitag mit dem Freitagsfüller! (Eine Art Lückentext zum Ausfüllen). Das Rote ist der Lückentext das schwarze meine Antworten. Den wöchentlichen Freitagsfüller gibt es übrigens hier *klick*

1.   Auf jeden Fall werde ich heute  ein gutes Buch lesen. Faul.Im Bett. Yeah!.
2.   Da wir noch keinen Grill haben, kommt zur Zeit leider nichts auf den Grill.
3.  Als letztes habe ich Eine ganz tolle Handcreme für superzarte Hände die ich selber gernst nutze verschenkt.
4.    Ich kann die Leute nicht verstehen, die mit einer Handtasche von *hier bekannte Modemarke einfügen* rumrennen und sich im nachhinein über Rückenschmerzen beklagen.
5.   Was ist mit  dem Wetter los? warmkaltschneeregensonne. April noch im Mai  . 
6.    Über viele Sachen diese Woche habe ich sehr gelacht.

7.  Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Gammelmodus, morgen habe ich  Pen und Paper geplant und Sonntag möchte ich unbedingt ein Referat ausarbeiten *lol* !


Und weil ein Beitrag one Bild ein Beitrag ohne Seele ist, noch mein Bild der Woche für dich:

 

 Mach es dir schön!
Wren

Montag, 18. April 2016

Es lohnt sich Beizeiten...

...Inne zu halten und die Augen und das Herz zu öffnen.
 Heute Morgen um 7 konnte ich diesen Bodennebel ablichten, welcher mit einer Bö vom Feld über den kleinen Bach zog. Die Sonne brach zwischen den Wolken hervor und ließ die Wassertropfen in der Luft golden schimmern.

Ein kleines Wunder.


Freitag, 8. April 2016

Zaunkönig trifft Zoo

Beauty



























Gestern war ich mit einer Freundin im Frankfurter Zoo, natürlich mit der Kamera:) die besten Bilder mag ich gerne mit dir teilen <3 Ein tolles Wochenende und viel Spaß beim anschauen!

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